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Wie trocknet man Bergkräuter am besten? Tipps für lange Haltbarkeit

29.11.2020

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Nicht nur wir im Kräuterhotel Hochzillertal wissen es: Kräuter sind wunderbare, unverzichtbare Zutaten für ein angenehmes, vollwertiges Leben. Ob zur Verfeinerung von Speisen, als Teemischung oder zu medizinischen Zwecken – Wirkung, Geschmack und nicht zuletzt der Duft der verschiedenen Kräuter sind ein elementarer Teil unserer Philosophie.

Dabei sind frische Kräuter mit ihren vollen Aromen natürlich das Nonplusultra. Doch haben die wenigsten Menschen die Möglichkeit eines ganzjährigen Anbaus, einige Kräuter lassen sich gar „in Gefangenschaft“ nicht wirklich züchten. Welches sind nun die besten Methoden, um sie haltbarer zu machen, ohne dass sie Aromen und Wirkung verlieren?

Da können wir weiterhelfen! Über das Einlegen in Essig und Öl haben wir in einem vorigen Artikel bereits geschrieben, heute geht es an die Trocknung. So haben Sie länger Freude an Ihren gesammelten Kräutern und können ihre vielfältigen Wirkungen das ganze Jahr über nutzen!

Kräuter richtig trocknen

Das Trocknen ist eine traditionelle, altbewährte Art der Konservierung von Kräutern. So einfach es klingen mag, einfach zu warten bis die gesamte Flüssigkeit aus den Kräutern verpufft ist, soviel kann man dabei falsch machen. Ein Fehler, den viele machen, ist, die Halme, Blätter und Blüten in die Sonne zu legen. Die Annahme, die Sonnenstrahlen hälfen beim Trocknen, ist leider falsch. Sie werden je nach Einfallwinkel und Standort viel zu heiß und dörren die Aromen heraus, anstatt sie schonend zu konservieren. Als Richtwert gilt: Temperaturen ab 45° C über einen längeren Zeitraum sind schädlich für die Kräuter. Ganz bitterkalt sollten sie es aber auch nicht haben (außer Sie frieren Sie im Gefrierschrank ein), auch gute Luftzirkulation sollte gewährleistet sein. Ein nicht direkt der Sonneneinstrahlung ausgesetzter Schuppen, eine Speisekammer mit Abluft oder ein Dachboden sind hier die besten dunklen, luftigen Standorte für die Kräutertrocknung.

Je nachdem, welche Teile der Pflanzen Sie trocknen, gibt es außerdem verschiedene Herangehensweisen:

Trocknung von Halmen und Stängeln

1.       Kräuter vorsichtig waschen und mit Küchenpapier sorgfältig trocken tupfen.

2. In mehreren kleinen Bündeln zusammenbinden. Zum Zusammenbinden eignet sich am besten simpler Zwirn oder Nähgarn. Achtung: Nicht mehr als 8–10 Zweiglein auf einmal zusammenbinden, und Kräuter untereinander nicht vermischen!

3. Kräuter „kopfüber“ an einem dunklen, nicht zu kalten und luftigen Ort aufhängen.

4. Abwarten! Fünf bis sieben Tage dauert es bei den meisten Kräutern, bis sämtliche Feuchtigkeit entwichen ist, länger ist hier besser. Dann grob zerkleinern und in einem lichtdichten Gefäß bis zu einem Jahr aufbewahren (die Haltbarkeit ist noch länger, doch ab einem Jahr lässt das Aroma nach).

Trocknung von Blüten und Blättern

1.       Vorsichtig waschen und trockentupfen

2.       Einlagig – also nicht überlappend – ausbreiten. Als Unterlage eignet sich ein feinmaschiges Gatter/Drahtsieb oder ein mit dünnem Stoff bespannter Rahmen. Kein Zeitungspapier! Die Druckerschwärze ist ungesund. In einen dunklen, luftigen Raum stellen.

3.       Während der Trocknung nicht bewegen und nach etwa 5 Tagen unzerkleinert (erst vor der Verwendung zerbröseln) in ein lichtdichtes Gefäß geben.

Trocknung von Wurzeln

Wurzeln benötigen eine andere Herangehensweise, da einige Arten durch den sehr hohen Wassergehalt bei der klassischen Trocknung anfangen würden zu faulen.

1. Waschen, abtrocknen und evtl. einmal in der Mitte spalten (nicht nötig aber beschleunigt die Trocknung).

2. Umluftfunktion des Backofens auf 40°C einstellen, maximal 50° falls Ihr Modell keine niedrigere Temperatur erlaubt.

3. Ein Kuchengitter (oder Grillrost) mit einem dünnen Gazetuch oder ähnlichem Stoff umspannen und die Wurzeln einlagig darauflegen.

4. In den Ofen schieben und bei leicht geöffneter Ofentür etwa 3 Stunden trocknen lassen, auf der Hälfte der Zeit wenden. Wenn die Wurzeln bei Berührung etwas „rascheln“ sind sie durchgetrocknet.

Ein Trocknen im Dörrautomat ist ebenfalls möglich, falls dieser Temperaturen um 40° erlaubt. Hier geht durch die stärkere Luftzirkulation die Trocknung viel schneller vonstatten, also immer ein Auge darauf haben!

Hochzillertal-Kräutertipp: Kräuterstaub und -salz

Hier noch ein Geheimtipp aus der prämierten Kräuterküche unseres Kräuterhotels im Zillertal! Die vom Sommer übrigen Kräuter aus unserem Kräutergarten und der Umgebung des Zillertals konservieren wir wie folgt, besonders mediterrane Kräuter sind hierfür sehr geeignet. Im Gegensatz zu den obigen Methoden bleibt dadurch nicht nur das Aroma, sondern auch die kräftige Farbe erhalten!

Kräuterstaub:

1.       100 gr. Kräuter oder Wildkräuter portionsweise auf Teller verteilen und in der Mikrowelle bei 900 Watt drei- bis viermal 1 Minute lang trocknen. Die Mikrowellentür dabei immer wieder zwischendurch öffnen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.

2.       Danach im Thermomix oder mit einer Kräutermühle mahlen bzw. fein pulverisieren. Sollten Sie einen Mörser besitzen, benutzen Sie diesen!

3.       In dunkle luftdichte Gläser abgefüllt, ist der Kräuterstaub ca. 6 Monate haltbar und eine wunderbare Zugabe zu Speisen aller Art!

Blütensalz:

1.       Blüten wie oben beschrieben trocknen, dann in einem Mörser mit gutem Salz kräftig verreiben. Das Salz erhält dadurch eine wunderschöne Farbe, welche es bei der Lagerung behält und später auch, mit den Aromen der Blüten, an die Speisen abgibt!

2.       Ebenfalls in dunkle luftdichte Gläser füllen und innerhalb 6 Monaten verbrauchen.

 

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